1980 bis 2020

2020 ist für mich ein persönliches Jubiläumsjahr. 40 Jahre Kampfkunst, Kampfsport, Selbstverteidigung!

Ich übertreibe nicht, wenn ich sage „ein Leben für die Kampfkunst“. Ich habe mich immer in erster Linie als Kampfkünstler gefühlt. Kampfkunst ist ein „Way of Life“ – eine Lebenseinstellung, eine Geisteshaltung, eine Lebensphilosophie – auf jeden Fall deutlich mehr als „nur“ körperliches Training. Von daher hat meine Faszination für alles was mit Kampfkunst, Kampfsport oder Selbstverteidigung zu tun hatte immer alle meine Lebensbereiche durchzogen. Ich kann mit guten Gewissen sagen, dass ich stets versuchte, den „Weg des Kämpfers“ zu gehen, ich muss aber ehrlicher Weise auch zugeben, dass mir dies nicht immer gelang. Da war schon der eine oder andere „Haken des Lebens“ dabei, der mich zumindest zeitweise aus der Bahn geworfen hatte … Lebensphasen, die mich „umgehauen“ haben und bei denen ich nicht gleich wieder „aufstehen“ konnte … aber „aufgestanden“ bin ich irgendwie dann doch immer wieder. Und darum geht es bei dieser Lebensphilosophie: Immer wieder aufstehen!

Finanziell reich wurde ich durch meine Berufung nie – im Gegenteil … Und doch verdanke ich der Kampfkunst unsagbar viel! Sie steuerte meine menschliche Entwicklung, sie war der „Fixstern am Himmel“, an dem ich mich auch dann ausrichten konnte, wenn ich manchmal nicht mehr richtig wusste, was ich tun sollte, sie war das „Licht am Ende des Tunnels“ in dunklen Lebensphasen (von denen ich einige hatte), sie war und ist für mich der Weg zu einem besseren Menschen.

40 Jahre Kampfkunst … und die Faszination ist ungebrochen! Im Gegenteil, sie ist tiefer denn je! Sie war tatsächlich vom ersten Training an ein Teil von mir. Sie ist Teil meines Daseinszwecks, meiner Berufung. Meine Berufung ist es, Menschen zu helfen, mein „Mittel“ dazu ist die Kampfkunst.

Ich blicke voller Dankbarkeit, Demut und Respekt auf die vergangenen Jahrzehnte. Dankbarkeit, trotz der „Schwere“, die diese Jahrzehnte oft hatten, Demut im Angesicht, der Lektionen, die ich lernen musste bzw. durfte und Respekt gegenüber dem Leben selbst. Unzählige Erinnerungen an Menschen, Situationen, Erfahrungen. Kein leichtes, aber dennoch ein erfülltes Leben.

Auch bei einer positiven Einstellung muss ich feststellen, dass die Jahre, die (hoffentlich) noch vor mir liegen, mit hoher Wahrscheinlichkeit weniger sind, als die, die bereits hinter mir liegen. Der „Countdown“ läuft sozusagen. Im Grunde habe ich für diese Zeit eigentlich nur zwei Wünsche:
1. Noch möglichst viele schöne Momente mit den Menschen, die ich liebe.
2. Noch möglichst lange meine Berufung leben zu können.

Ein Leben für die Kampfkunst … Danke an alle, die mich in der Vergangenheit begleiteten, an alle, die mich aktuell begleiten und alle, die mich in Zukunft begleiten werden.

impact - Selbstberteidigung Kempten, Klaus Herbst